(Videoreihe) Johanna Fernandez über Mumia Abu-Jamal und politische Repression in den USA

Im März 2020 hätte die US Aktivistin Johanna Fernandez eigentlich eine Rundreise durch 7 bundesdeutsche Städte gemacht, um über aktuelle Entwicklungen im Fall des politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal aus Pennslyvania zu berichten. Aufgrund der Einschränkungen durch die Coronapandemie musste ihre Reise leider verschoben werden. Mitte März 2020 begann sie, Teile ihres geplanten Vortrags als kurze Videos zu filmen, die nun in dt. Übersetzung vorliegen.

Im ersten Teil beschreibt sie die Auswirkungen von Covid 19 in einem New Yorker Gefängnis:

Im zweiten Teil stellt sie den Journalisten und ehemaligen Black Panther Mumia Abu-Jamal vor und beschreibt das politische Verfahren, mit dem er 1982 verurteilt wurde:

Im dritten Teil geht Johanna Ferandez auf die manipulierten Details der Anklage gegen Mumia ein:

Aktuelle Berichte und Kontakt zum Bundesweiten FREE MUMIA Netzwerk

Webseite der US Solidaritätsbewegung für Mumia Abu-Jamal
Podcast von Mumia Abu-Jamal auf Prison Radio

weitere internationale Solidaritätsbündnisse: Mexico
France
Euskadi

Veranstaltungen mit Johanna Fernandez über Mumia leider abgesagt

(Stand Montag, 16.03.2020 – 13:00 Uhr) Leider mussten inzwischen alle verbleibenden Termine der Infotour von Johanna Fernandez abgesagt werden. In Hannover, Frankfurt am Main, Chemnitz, Berlin, Nürnberg und München sind den Veranstalter*innen aufgrund staatlicher Einschränkungen die Räume entzogen worden.

Somit war die Heidelberger Veranstaltung am vergangenen Freitag die einzige, die stattfinden konnte.

ABER:

In Frankfurt am Main wird es am Dienstag, den 17.03.2020 um 18 Uhr eine Mahnwache für die Freilassung von Mumia Abu-Jamal, Leonrad Peltier und Ana Belen Montes vor dem US Generalkonsulat geben:

US-Generalkonsulat – Giessener Str. 30, 60435 Frankfurt am Main – U5-Giessener Str.

Johanna Fernandez als auch die meisten Veranstalter*innen haben angekündigt, die Rundreise zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Außerdem arbeitet das Bundesweite FREE MUMIA Netzwerk derzeit an einer Online-Veranstaltungslösung mit Johanna Fernandez. Sobald diese realisiert ist, bitten wir alle um Mithilfe bei der Verbreitung.

Johanna Fernandez redet über Mumia Abu-Jamal

Vorgestern, am 13. März 2020 begann die bundesweite Vortragsreihe von Johanna Fernandez aus New York über den kämpfenden Gefangenen Mumia Abu-Jamal, der bereits seit 1981 im US Bundesstaat Pennsylvania in Haft ist.

Aufgrund der aktuellen Reiseeinschränkungen wg. der Corona Seuche konnte Johanna nicht wie geplant nach Deutschland reisen, denn sie wäre nicht mehr in die USA zurück gekommen. Zusätzlich erschweren Raumabsagen in einigen der geplanten Orte die Durchführung. So wurden die Veranstaltungen am Mo. 16. März in Hannover und Mi. 18. März in Chemnitz leider abgesagt. Auch in Heidelberg hatten die Veranstalter*innen zunächst eine Raumabsage, fanden jedoch einen Ausweichort und führten ein ca. 1,5 Stunden daunernde Veranstaltung mit Johanna Fernandez über Internet durch. 13 Zuhörer*innen waren trotz öffentlicher Panik erschienen und hörten einen sehr bewegenden Vortrag.

Johanna schilderte in verständlicher Weise die vielschichtigen juristischen Ebenen, ín denen sich Mumias Fall nach knapp 40 Jahren befindet und machte deutlich, dass er an einem entscheidenen Stadium angelangt ist, an dem seine Freiheit möglich erscheint. Die Rolle der Fraternal Order of Police als quasi legaler Arm des KKK in diesem Fall wurde eingehend beleuchtet und die generelle Bedeutung dieses Falles für Gefangenenkämpfe gegen die Masseninhaftierung in den USA erläutert. Neben konkreten Vorschlägen, wie länderübergreifende Solidarität in diesem Stadium Mumia und der US Solidaritätsbewegung helfen kann, kam auch die Rolle der Black Lives Matter Bewegung zur Sprache. Weisse Vorherschaft in den USA benötige nach Johannas Einschätzung rassistische Polizeigewalt, voreingenommene Justiz und die daraus resultierende Masseninhaftierung samt Gefängnisindustrie, um sich zu behaupten, denn viele Menschen in den USA sind zum ersten Mal seit den 1970ern nicht mehr länger bereit, diese Gewalt und Rechtlosigkeit länger hinzunehmen.

Johannas Vortrag wurde als Audio aufgenommen und wird demnächst auch hier zur Verfügung stehen.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen dieser (inzwischen) Internetvortragsreihe finden noch in Frankfurt am Main, Nürnberg und München statt. Details

Repression ist nur das letzte Wort, wenn wir es hinnehmen – Free Them ALL!

Veranstaltunsgreihe vom 1. Februar – 19. März 2020

Selbstorganisierung und politische Kämpfe haben überall auf der Welt eines gemeinsam: sobald sie stark und erfolgreich werden, begegnen ihnen die Herrschenden mit Repression Dabei ist es oft unerheblich, ob Menschen sich gegen rassististische und sexistische Diskriminierung, zerstörte ökologische Grundlagen, hohe Mieten, Verdrängung oder Krieg wehren, denn Regierungen sind vor allem eines: Garanten der Ausbeutung von vielen und Profit für wenige.

Völlig unterschiedliche Härtegrade der Repression gibt es z.B. in Europa und den Americas. Auffällig dabei ist aber eine technologische sowie diskursive Vorreiter*innenrolle in den USA. Nach einer Geschichte von brutalem Kolonialismus, Massenmord an der indigenen Bevölkerung und 300-jähriger Sklaverei scheint es für viele auch 2020 kein Widerspruch zu sein, sich als das „Land der Freien“ zu begreifen und gleichzeitig die meisten Menschen einzusperren. 2,14 Millionen Gefangene, überwiegend People of Color werden in der modernen Variante der Sklaverei an die Fliessbänder gezwungen. Weitere knapp 5 Millionen ehemaliger Gefangener leben ohne Grundrechte in einer Gesellschaft, die für manche Demokratie und Selbstentfaltung, für die viele andere Angst und Armut bedeutet.

Dieses wirtschaftliche Erfolgsmodell ist auch in Europa nicht unbeobachtet geblieben. In UK, Spanien, Italien, Belgien, Polen und auch in Deutschland wurden Facetten der modernen Sklaverei bereits übernommen, mit unterschiedlichem Erfolg. Klar ist, dass es zur Entrechtung und Akzeptanz unterschiedlicher Menschen- und Bürgerinnenrechte vieler Ebenen bedarf. Autoritäre Strafdiskurse, herbeifabulierte ökonomische Sachzwänge, „mehr“ Polizei, „überlastete Sozial- und Justizsysteme“ sowie knallharte Profitinteressen sind der Mix, der für die einen ein Leben als Konsumentin und für die anderen den Verlust der Freiheit bedeutet.

In den USA ist das jedoch nie hingenommen worden. Seit dem ersten Massaker an Indigenen und dem ersten Tag, als Menschen aus Afrika verschleppt wurden, haben sie sich gewehrt. Derzeit gibt es nicht nur eine lange Geschichte der staatlichen Repression sondern auch eine vielfältige Geschichte des Widerstands, die uns in der momentanen Phase von Polizeigesetznovellen, der schleichenden Privatisierung des Strafvollzugs und der rassistischen Spaltung durch AfD, CDU/CSU, SPD, Grüne etc. helfen kann, Widerstand zu entwickeln.

Im März 2020 wird Johanna Fernandez aus den USA eine Rundreise durch Deutschland machen. Sie ist anti-koloniale Autorin, Educator und Unterstützerin des seit 1981 (!) gefangenen Journalisten und ehemaligen Black Panther Mumia Abu-Jamal. Nachdem es inzwischen bereits drei Generationen von linken Aktivist*innen gibt, die zuerst die Hinrichtung Mumias verhindern und später sein Überleben im Gefängnis sicherten, besteht nun eine realistische Chance, dass er in einem Revisionsverfahren frei kommen kann. Da es bei dem Kampf um Mumias Leben und Freiheit immer um alle ging, , wäre seine Freilassung ein großer Erfolg für alle in den USA, die sich für eine befreite Gesellschaft einsetzen. Johanna wird darüber am 19. März 2020 in Berlin berichten und Fragen aufwerfen, was hier möglich ist, um diese Kämpfe zu unterstützen.

Wir haben zur Einstimmung auf diese Veranstaltung eine Reihe von themenbezogenen Veranstaltungen zusammengestellt, zu denen wir dich einladen möchten:

Sa. 1. Februar 2020 – Berlin – Entsichern-Kongress, SfE Mehringhof
u.a. mit einer Podiumsdiskussion über rassistische Polizeigewalt – dabei auch über Justiz und Gefängnisindustrie in den USA
Entsichern-Kongress, Schule für Erwachsenenbildung (SfE), Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin (U6/7- Mehringdamm)

Fr. 14. Februar 2020 – Berlin – KuBiZ Weißensee Offener Raum Weißensee – 20:00 Uhr
NEA Tresen: Film „Free Angela Davis and all Political Prisoners“ über Feministin und Black-Power-Aktivistin Angela Davis mit kurzen Inputs zum bevorstehenden Frauenstreik vom Frauenstreikkomitee Berlin und zu Rassismus im US-Justizsystem, Gefängniskritik und Aktuelles zu Mumia Abu-Jamal und das neue Revisionsverfahren im Black History Month von Free Mumia Berlin.
KuBiZ Weißensee, Offener Raum – Bernkastelerstr. 78 – 13088 Berlin-Weißensee – Haltestelle Betriebshof Weissensee – Tram M4 / Bus 255 / Bus 158

So. 16. Februar 2020 – Berlin – Nacho Movie Night in der B53/55 – 19.00 Uhr
Film: „Justice on Trial“ (Johanna Fernandez, USA 2010, dt. Untertitel) über Mumia Abu-Jamal mit anschliessenden Updates zu neuen Entwicklungen in seinem Fall
B53/55, Braunschweigerstr. 53/55, Berlin-Neukölln (S+U7-Neukölln)

Freitag, 21. Februar 2020 – Berlin – Kiezhaus Agnes Reinhold – 19:00 Uhr
„Black Power!“ Afroamerikanische Selbstorganisierung seit den 1960ern – Input von Free Mumia Berlin und Filmausschnitte
Kiezhaus Agnes Reinhold, Afrikanische Straße 74, 13351 Berlin-Wedding (U6-Seestr.)

Fr. 28. Februar 2020 – Berlin – Schloss 19 – 20:00 Uhr
Antifa Westberlin – Tresen: Die moderne Form der Sklaverei als Gefängnisindustrie in den USA – Input von Free Mumia Berlin
Schloss 19, Schloßstraße 19, 14059 Berlin-Charlottenburg, U2-Sophie-Charlotte-Platz

Do. 19. März 2020 – Berlin, Schule für Erwachsenenbild (SfE) – 19:00 Uhr
Johanna Fernandez, Sprecherin von Mumia Abu-Jamals Verteidigung und US-Aktivistin der Free Mumia Bewegung über Mumia Abu-Jamals aktuelles Verfahren und die Möglichkeiten, ihn zu befreien
Schule für Erwachsenenbild (SfE), Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin-Kreuzberg (U6/7-Mehringdamm)

weitere Infos

FREE MUMIA – Free Them ALL

V.i.S.d.P.: A. Narchie, Alles-allen-Allee, Berlin

Johanna Fernandez über Mumia Abu-Jamal auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020 in Berlin

Johanna Fernandez über Mumia Abu-Jamal auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2020 in Berlin

Johanna Fernandez gab auf der Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz einen Überblick über den Fall des gefangenen Journalisten Mumia Abu-Jamal, der seit 1981 (!) im US Bundesstaat Pennsylvania festgehalten wird. Nachdem sie die Geschichte des Falles samt der politischen Begleitumstände beschrieben hatte, wandte sie sich den aktuellen juristischen Entwicklungen zu, die die Befreiung des politischen Gefangenen möglich machen.

Ferner kündigte sie eine Rundreise durch Deutschland für den März 2020 an, wo sie detaillierter über das Thema reden wird. Details zu der Tour durch Heidelberg, Hannover, Frankfurt a.M., Chemnitz, Berlin, Nürnberg und München gibt es hier.

Weitere Berichte von und über Mumia Abu-Jamal auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz befinden sich hier.

Aktuelles über Mumia Abu-Jamal

Zum zweiten Mal bereits versucht die Fraternal Order of Police (FOP) mittels Maureen Faulkner, Philadelphias Staatsanwalt Larry Krasner aus Mumias Fall zu entfernen, weil sie die ausgesprochene Mumia-Feindlichkeit bei ihm vermissen, die von 1981 bis zu seinem Amtsantritt ansonsten sein Amt auszeichnete. Die FOP fordert in einer juristischen Eingabe, Krasner den Fall zu entziehen und stattdesse dem konservativen Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Attorney General Joshua Shapiro zu übertragen. Worin dieser verfahrenstechnisch ungewöhnliche Schritt zu begründen wäre, bleibt die FOP jedoch schuldig. Lediglich die politische Haltung von Shapiro scheint ihn aus Sicht der Polizei-Lobbyorganisation zu qualifizieren. So hat Shapiro zahlreiche, von Krasner nach seinem Amtsantritt entlassene Staatsanwälte in seiner Behörde eingestellt. Krasner wiederum besteht darauf, dass die im Dezember 2018 gefundenen Akten und neue, darim enthaltende Beweise im Zusammenhang mit Mumia Abu-Jamal in einem Gericht erörtert werden. Ob er ein neues Verfahren oder sogar die mögliche Freilassung von Mumia ünterstütze, liess der amtierende Bezirksstaatsanwalt jedoch offen.

Am 2. Dezember 2019 wird mit einer Erwiderung von Larry Krasner auf eine gerichtliche Eingabe von Mumias Verteidigung gewartet. Das ganze ist Teil eines Austausches, der vor dem möglichen Revisionsverfahren steht. Möglicherweise werden in diesem Abschnitt zum ersten Mal inhaltliche Details von Seiten der Staatsanwaltschaft bekannt, die sie gerichtlich klären möchte. Wir werden die Ergebnisse auf unserer Webseite veröffentlichen, sobald sie bekannt sind.

Der 9. Dezember 2019 wird Mumias 38 (!) Haftjahrestag werden. Aus diesem Anlass zeigen wir im Berliner Statteilladen Lunte noch einmal den Film „MUMIA – Long Distance Revolutionary“ (USA, 2012 mit dt. Untertiteln) und beantworten im Anschluss gerne alle Fragen zu Mumia.

Di. 10. Dezember 2019 – Berlin – Lunte – 20:00 Uhr
Film: „Mumia – Long Distance Revolutionary“ (Original mit dt. Untertiteln)
Einen Tag nach Mumias 38 (!) Haftjahrestag, am Tag der Menschenrechte, zeigen wir nochmal den 2012 erschienenen Dokumentarfilm über Mumias Leben im Kontext der sozialen Kämpfe, aus denen er kommt. Danach beantworten wir auch gerne aktuelle Fragen.
weitere Informationen
Lunte – Weisestr. 53, 12049 Berlin-Neukölln – U8-Boddinstr.

„Walking on Stolen Land“ Leonard Peltier über „Thanksgiving“ in den USA

Leonard Peltier veröffentlichte in der zweiten Novemberhälfte einen Beitrag zum sog. „Thanksgiving“ unter dem Titel „Walking on Stolen Land„, in dem er die indigene Lebenssituation in Nordamerika vor und nach der Ankunft europäischer Kolonialist*innen gegenüber stellt.

Sa. 14. September 2019 – Kommt vor die US Botschaft für Leonard Peltier – Free Them ALL!

Im September 2019 wird der indigene Aktivist Leonard Peltier 75 Jahre alt – mehr als die Hälfte seines Lebens hat er in Knästen der US Regierung verbracht. In einem manipulierten Verfahren wurde er ohne Beweise abgeurteilt. An den angeblichen Mord zweier FBI Beamten glauben nicht einmal seine ehemaligen Ankläger oder ein ehemaliger US Justizminister. Peltier sitzt in Haft, weil er bis heute zu einer kämpfenden Community gehört, die versucht, mit und nicht gegen die Natur zu leben.

Free Leonard Peltier - Free Them ALL!

In der rassistischen Gesellschaftsordnung der USA wird bis jetzt keine Verantwortung für den Genozid an der indigenen Bevölkerung übernommen. Projekte wie die Black Snake Ölpipeline machen deutlich, dass Menschenleben und Ökologie keine Bedeutung haben, wenn es um Rendite für Konzerne geht. 2016 in Standing Rock haben Tausende ein deutliches Zeichen gegen die staatliche Gewalt und die kapitalistische Zerstörungswut gesetzt (#NODAPL), und die Freilassung des lebensgefährlich erkrankten Aktivisten Leonard Peltier gefordert, der seit 1976 in Haft ist. Er weiß, dass er nur noch wenig Zeit hat. Er will sie nicht bis zum letzten Augenblick im „Eisenhaus der Weißen“ verbringen.

Ähnlich geht es derzeit auch den afroamerikanischen Gefangenen Jalil Muntaqim und Mumia Abu-Jamal.
Leonard Peltier, Jalil Muntaqim, Mumia Abu-Jamal … FREE THEM ALL!

Sa. 14. September 2019 – Berlin – US Botschaft 15:00 Uhr
Kundgebung Medizinische Behandlung und Freiheit für Leonard Peltier, Jalil Mumtaqim und Mumia Abu-Jamal! Free Them ALL!
US Botschaft, Pariser Platz 2/Brandenburger Tor, Berlin
U55-Brandenburger Tor, Bus 100

Und im Anschluss: Liebig34 Bleibt! Demonstration um 17 Uhr am S-Bhf. Ostkreuz – weitere Infos

Aktuelles über Mumia Abu-Jamal

aktuelle Meldungen über den seit 1981 gefangenen Journalisten Mumia Abu-Jamal aus den USA sowie aus der länderübergreifenden Solidaritätsbewegung:

Noch immer gibt es keinen Behandlungstermin für Mumias Augenerkrankung, obwohl selbst der zuständige Gefängnisarzt anerkennt, dass der Gefangene gegen den „Grauen Star“ operiert werden muss. Diese Standardoperation ist weder aufwendig oder teuer und in hohem Maße erfolgsversprechend, wenn sie rechtzeitig erfolgt… In einer für seine Verhältnisse ungewöhnlichen Deutlichkeit sprach Abu-Jamal auf Prison Radio über seine inzwischen drohende Erblindung. Die deutsche Übersetzung erschien am 8. Juli 2019 in der Tageszeitung Junge Welt: „Schwindendes Sehvermögen

Unterstützer*innen in den USA wollten Mitte Juli eine von mehreren Tausend Menschen unterschriebene Petition an die Gefängnisbehörde des US Bundesstaates Pennsylvania übergeben, in dem Mumia gefangen gehalten wird. Die Behörde weigerte sich, die Unterschriften anzunehmen. Ein Termin für die notwendige Operation steht nach wie vor aus. Mumias Situation ist ernst. Er kann inzwischen z.B. nicht mehr lesen.Wir als Unterstützer*innen von Mumia gehen am Sa. den 14. September 2019 in Berlin vor die US Botschaft, um zusammen mit anderen die medizinische Behandlung und Freilassung von Mumia, Leonard Peltier und dem ebenfalls schwer erkrankten Gefangenen Jalil Muntaqim aus New York zu fordern. Bitte merkt euch diesen Termin vor. Wer Plakate und Flyer zur Mobilsierung haben möchte, schreibt bitte eine E-Mail an FREE MUMIA Berlin.

Genau wie ein Operationstermin wird derzeit mit Spannung die Terminierung des neuen Revisionsverfahren für Mumia erwartet. Nach der Sommerpause könnte es mehr Klarheit geben. Wir denken, dass dieser über zwei Jahrzehnte erkämpfte neue Prozess so wichtig ist, dass wir die Berichterstattung darüber nicht allein den Konzernmedien und Nachrichtenagenturen in den USA überlassen sollten. Durch Spenden und ein Solidaritätskonzert in Berlin sind in den vergangenen Wochen bereits Reisekosten für eine Person als Gerichtsbeobachtung zusammen gekommen. Bitte spendet weiterhin, so dass wir hoffentlich noch eine zweite Person aus dem deutschsprachigen Raum entsenden können, sobald der Prozeß beginnt. Das Spendenkonto lautet:

Mumia Abu-Jamal e.V.
Sparkasse Heidelberg
IBAN: DE34 6725 0020 0009 0817 98
BIC: SOLADES1HDB
Kennwort: Mumia-Prozeßbeobachtung

Mumia hat in den vergangenen Wochen einen weiteren juristischen Erfolg erringen können. Seine 2017 erfolgreiche Klage auf medizinische Behandlung gegen Hepatitis-C war von Pennsylvanias Gefängnisbehörde juristisch widersprochen worden. Zwar mußten sie Mumia und inzwischen auch ca. 7000 weitere Gefangene im Bundesstaat behandeln, klagten aber trotzdem gegen die grundsätzliche Verpflichtung, sich um das gesundheitliche Wohlergehen ihrer Gefangenen kümmern zu müssen. Das 3. Bundesberufungsgericht, die zweit höchste mögliche juristische Instanz, bestätigte nun grundsätzlich, dass Mumia das Recht auf Behandlung habe. Ein Vertreter der Behörde kündigte eine Prüfung dieser Entscheidung an, liess aber offen, ob sie den Gang vor den US Supreme Court wählen. Sollte diese Entscheidung Bestand haben und rechtskräftig werden, könnte das große Bedeutung für alle Gefangenen in den USA haben, die an nicht behandelter Hepatitis-C leiden. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass das ca. 400.000 der insgesamt 2,14 Millionen Gefangenen betrifft.

Die US Regierung hat unter Präsident Trump im Juli die 2014 von Amtsvorgänger Obama temporär ausgesetzte Todesstrafe auf föderaler Ebene wieder eingesetzt. Über 60 Regierungsgefangene sind nun von der Hinrichtung bedroht.

Weitere Informationen bei FREE MUMIA Berlin – kommende Proteste und Veranstaltungen